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Liebe zum Planen

Dr. Christina Betz ist Teamleiterin im Bereich „Straßenentwurf und Verkehrssicherheit“ und stellvertretende Projektleiterin für den Döppersberg bei der Stadt Wuppertal.

Die „Liebe zum Planen“ hat sie in die Wiege gelegt bekommen. Naturwissenschaften waren schon immer ihr Ding. Kein Wunder, dass sich die gebürtige Hattingerin nach dem Abitur für ein Bauingenieurstudium an der Ruhr-Universität Bochum entschied. „In Bochum habe ich mich sofort wohl gefühlt. Obwohl der Mädelsanteil in dem Studiengang damals noch sehr gering war, hatte ich nie mit Vorurteilen zu kämpfen – im  Gegenteil. Es hieß immer „miteinander“ statt „gegeneinander“.

Nach Abschluss des Studiums folgte die Promotion. Währenddessen arbeitete Christina Betz zwei Jahre als Bauassessorin in Düsseldorf und in Dortmund. Als sie 2009 die Stellenausschreibung der Stadt Wuppertal für die Position als stellvertretende Projektleiterin las, schmiedete die damals 34-Jährige neue Pläne. „Durch meine Arbeit bei  der Stadtverwaltung Dortmund wusste ich, wie vielfältig und spannend so eine Position sein kann. Die Herausforderung reizte mich und so bewarb ich mich. Als „alte Hattingerin“ spielte natürlich auch die Verbundenheit zum Tal eine entscheidende Rolle.“

Seitdem bestimmt das Projekt Döppersberg Betz beruflichen Alltag – und manchmal auch ihr Privatleben. „Manchmal fehlt mir die Action, wenn ich frei habe“, erklärt Christina Betz. Aus straßenplanerischer Perspektive ist das Projekt Döppersberg ein berufliches Traumprojekt. Jedenfalls ist sich Christina Betz sicher, während ihrer beruflichen Laufbahn kein vergleichbares Projekt dieser Dimension mehr zu betreuen; zumindest nicht hier im Tal.

„Der neue Döppersberg ist eine wichtige Initialzündung für Wuppertal. Die ersten Veränderungen sieht man schon. Andauernd passiert etwas Neues und das allgemeine Interesse wächst und wächst. Ich bin davon überzeugt, dass sich Wuppertal durch den neuen Döppersberg zum Positiven wandelt und es Nachzieheffekte geben wird, die uns allen gut tun werden.“ Übrigens ist es genau diese positive Einstellung, mit der Christina Betz auch kritischen Stimmen und der typisch bergischen Rauheit begegnet. „Mir ist es wichtig, für viele Belange ein offenes Ohr zu haben. Ich bin grundsätzlich ein sehr aufgeschlossener Mensch. Auch vor Schwierigkeiten schrecke ich nicht zurück. Ich unterhalte mich gerne und viel mit den Wuppertalern. Neben Kritik bekomme ich auch unheimlich viel positives Feedback“, erklärt die 38-jährige.

Mit Blick in die Zukunft ist sich die Bauingenieurin sicher: auch nach Fertigstellung wird sie der Döppersberg noch lange Zeit begleiten. „Die Arbeit wird nicht von heute auf morgen vorbei sein. Es wird bestimmt komisch, wenn das Bauvorhaben offiziell abgeschlossen ist, aber danach werden neue Projekte anstehen“, erklärt Betz.

Die verkehrsplanerischen Aufgaben, die eine Stadt wie Wuppertal bietet, hätten sie übrigens auch ohne Döppersberg-Projekt ins Tal gelockt. Wuppertals „Tal-Lage“, die schmalen Straßen und Gassen sowie die topographisch anspruchsvollen und architektonisch vorgegebenen Ausgangsbedingungen der Stadt lassen jedes Straßenplaner-Herz höher schlagen. Am liebsten sieht sich die Hattingerin die Stadt von der Schwebebahn aus an – ihrem erklärten Wuppertaler Lieblingsverkehrsmittel. „Als mich vor einiger Zeit ein paar Projektleitung Döpp Eisberg ehemalige Studienkollegen besuchten, fuhren wir die ganze Strecke ab. Mich fasziniert, dass man bei jeder Fahrt etwas Neues entdeckt. Ich kann mich einfach nie satt sehen.“ Dr. Christina Betz ist vorerst angekommen.

Doch Zeit zum Träumen bleibt immer. Fragt man die 38-jährige nach ihrer Traumstadt aus verkehrsplanerischer Perspektive, stehen an erster Stelle alle Großstädte mit ausgedehnten U-Bahn-Netzen, die viele Menschen ohne Autoverkehr von A nach B transportieren. „Chinesische Großstädte sind natürlich echte Highlights. Dort gibt es massive Verkehrsprobleme – und trotzdem steigen die Autofahrer jeden Tag wieder ins Auto und stellen sich in den Stau.“ Jetzt dreht sich bei Dr. Christina Betz aber erst einmal alles um den neuen Döppersberg.

Bildnachweis: © Stadt Wuppertal