Der De Weerth Garten ist der erste Landschaftsgarten Wuppertals. Foto: Günter Lintl
Der De Weerth Garten ist der erste Landschaftsgarten Wuppertals. Foto: Günter Lintl

Geschichte: Der Landschaftsgarten

Der Ursprung des De Weerth Gartens geht auf seinen Namensgeber Peter de Weerth zurück. Dass es ihn heute noch gibt, ist letztlich den Barmern zu verdanken. Damit ist der De Weerth Garten der erste Landschaftsgarten Wuppertals.

Wer heute in der Wintersonne einen kurzen Stopp am De Weerth Garten einlegt, der kann sich einmal die Mühe machen, sich hier weidende Ochsen und Bleicherwiesen vorzustellen. Denn genau so wurde der Platz bis Anfang des 18. Jahrhunderts genutzt. Die Ochsen waren dabei vor allem als Miettiere gedacht – Händler die mit ihrem Gespann den Nützenberg hinauffahren wollten, nahmen sie als Unterstützung für ihre eigenen Tiere, um den steilen Anstieg überhaupt bewältigen zu können.

Die Optik des De Weerth Gartens ist vor allem seinem Namensgeber Peter de Weerth zu verdanken. 1802 begann er, damals noch vor den Toren der eigentlichen Stadt, einen Garten anzulegen. Mit der Idee, stadtnahe oder städtische Landschaft zu gestalten, traf er den damaligen Zeitgeist, war den Elberfeldern allerdings weit voraus: Der De Weerth Garten gilt heute als der erste Landschaftsgarten des Wuppertals.

Für die Gestaltung seines Grundstücks ließ sich Peter de Weerth, damals einer der reichsten Menschen des Rheinlandes, sogar einen Gartenkünstler aus Bonn kommen, der aus den ehemaligen Gräben, die für die Bewässerung der Wiesen genutzt worden waren, Bachläufe formte. Insgesamt war das Grundstück noch deutlich größer als heute und erstreckte sich in etwa bis in den Bereich der Sophienstraße. Auch das kleine Wäldchen oberhalb des Gartens gehörte noch zum Besitz und wurde entsprechend mitgestaltet.

Um den Garten mit seiner Anmutung zu erhalten, machte Peter de Weerth seinen Söhnen mit dem Antritt ihres Erbes die Vorschrift, dass er nicht bebaut wer- den dürfe. Daran hielten sie sich auch und errichteten Mitte des 19. Jahrhunderts nach dem Tod ihres Vaters drei prunkvolle Villen um den Garten herum.

Als vierte und heute noch erhaltene Villa entstand 1879 die Villa Frowein, her- vorgegangen aus einer Heirat von Peter de Weerths Enkelin Elisabeth mit Rudolf Frowein. Dass der Garten heute noch erhalten ist, ist letztlich den Barmern zu verdanken: Als das Ministerium Pläne für ein Polizeipräsidium vorlegte, kaufte Elberfeld den De Weerth Garten, um ihn als Baufeld anzubieten. Weil die Barmer aber schneller waren und dem Ministerium ihren Platz am heutigen Standort an der Friedrich-Engels- Allee sogar kostenlos überließen, konnte die Stadt Elberfeld plötzlich einen Garten zu ihrem Besitz zählen.

Vermutlich aus Kostengründen wurden die drei Villen der de Weerths schließlich abgerissen, sodass heute nur noch die Villa Frowein erhalten ist. Sein heutiges Aussehen erhielt der De Weerth Garten schließlich durch eine größere Umgestaltung ab 1972, bei der der moderne Freizeitstil mit Tischtennisplatten und Bänken und die Zweckmäßigkeit der Nutzung deutlich stärker betont wurden als in der ursprünglichen Version von Peter de Weerth.